Die Qingtian-Steinschnitzerei (Qingtian Shi Diao)

Ausser dem Ruf die „westlichste Stadt Chinas“ zu sein hat Qingtian noch etwas das es weltberühmt macht, seine Steinschnitzkunst.

Die Qingtian-Steinschnitzerei (chinesisch: 青田石雕, Pinyin: Qíngtián Shídiāo) ist eine der ältesten und berühmtesten traditionellen Handwerkskünste Chinas. Sie stammt aus dem Kreis Qingtian in der ostchinesischen Provinz Zhejiang, der als „Heimat der chinesischen Steinschnitzerei“ gilt. Seit 2006 gehört die Kunstform zum nationalen immateriellen Kulturerbe.

Das Material ist der sogenannte Qingtian-Stein (Pyrophyllit, auch Pagodit oder Laubstein genannt). Dieser ist vulkanischen Ursprungs.

  • Eigenschaften: Er zeichnet sich durch eine moderate Härte und eine feine, glatte Textur aus.
  • Farbenvielfalt: Der Stein ist oft mehrfarbig und variiert in über 100 Tönen, von jadegrün und weiß über gelb, rot und blau bis hin zu tiefschwarz.

Markenzeichen der Schnitzkunst

Wegen der feinen Details, die sich aus dem weichen Stein herausholen lassen, wird die Qingtian-Schnitzerei auch als „Stickerei auf Stein“ bezeichnet.

  • Natur als Vorbild: Die Meister lassen sich von den natürlichen Farben und der ursprünglichen Form des Rohsteins leiten. Ein roter Fleck im Stein wird so beispielsweise zur Kirsche, zur Sonne oder zum Kamm eines Vogels.
  • Motive: Klassische Motive stammen aus der chinesischen Mythologie und Natur: Landschaften, Blumen, Vögel, Fische, menschliche Figuren (wie Gottheiten) oder Szenen des täglichen Lebens.
  • Besondere Techniken: Neben der Rundplastik (vollständige Freifigur) wird die sogenannte mehrschichtige Hohlschnitzerei verwendet. Dabei werden Motive aus einem einzigen Steinblock herausgearbeitet, die ineinandergreifen oder Tiefe und Transparenz erzeugen.

Geschichte

Archäologische Funde belegen, dass die Schnitztradition in der Region bis zu 5000 Jahre zurückreicht.

  • Entwicklung: Während der Song-Dynastie (960–1279) übernahmen die Handwerker Techniken aus der Jadearbeit und nutzten die natürliche Farbigkeit des Steins. [1, 2]
  • Kaiserliche Blüte: In der Ming- und Qing-Dynastie (1368–1911) wurde der Stein hochgradig für Siegel und als Tribut für den Kaiserhof geschätzt. Qingtian-Stein gehört zu den „Vier berühmten Siegelsteinen Chinas“.

Berühmtheit

Die Kunstfertigkeit ist international anerkannt. Bereits im frühen 20. Jahrhundert wurden Qingtian-Schnitzereien auf internationalen Weltausstellungen wie der Panama-Pacific International Exposition 1915 mit Preisen ausgezeichnet. Ein bekanntes Werk ist beispielsweise ein kleines, detailreiches Elefanten-Schnitzwerk, das die Volksrepublik China 1915 oder als Staatsgeschenk an US-Präsident Nixon bei dessen historischem Besuch 1972 überreichte.

Heute ist die „China Stone Carving City“ in Qingtian ein florierendes Zentrum für diese Handwerker, die ihre Werke weltweit verkaufen

Wir wurden mit begeisterung durch die Manufaktur geführt, ich glaube es waren noch nicht so viele „Westler“ hier.

Voller Stolz wurden uns die Werkstätten, die Ausstellungsräume und das Rohlager gezeigt in dem riesige „Felsen“ liegen in deren inneren die Halbedelsteine schlummern aus denen diese Kunstwerke entstehen.

Es ist unfassbar was für filigrane Kunstwerke die Leute dort aus riesigen „Felsblöcken“ erschaffen. Es muss ein Albtraum sein bei den letzten Handgriffen etwas abzubrechen oder so … das ist alles immer aus einem Stück geschnitzt.

Ein tolles, spannendes und lehrreiches Erlebnis.


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