Die Longyou Grotten und die Lanxi Höhle

So langsam komme ich hinter den Reiseplan der vor mir liegt … Unser entferntester Reisestart war das Huangshan Gebirge und von dort geht es von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zurück nach Qingtian. Sehr cool !

Heutige Station: Die Longyou Grotten im Ort Longyou

Die Longyou-Grotten in der ostchinesischen Provinz Zhejiang sind ein gigantisches, von Menschenhand geschaffenes Höhlensystem. Sie gelten als archäologisches Rätsel, da sie in keinen historischen Aufzeichnungen erwähnt werden, und faszinieren durch ihre enormen Dimensionen sowie die unbekannte Bautechnik.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Entdeckung: Sie wurden im Juli 1992 von vier Bauern zufällig entdeckt, als diese einen Teich leerpumpten, um Fische zu fangen.
  • Umfang: Bislang wurden 24 Grotten freigelegt, die sich über eine Gesamtfläche von 0,38 Quadratkilometern erstrecken.
  • Größe: Einige Höhlen sind bis zu 30 Meter hoch und die Deckenflächen umfassen in einigen Kammern weit über 1.000 Quadratmeter.
  • Alter: Schätzungen zufolge sind die Grotten etwa 2.000 bis 2.200 Jahre alt, wahrscheinlich stammen sie aus der Zeit der Qin- oder Han-Dynastie.

Architektur und Besonderheiten

  • Präzise Bearbeitung: Die Wände, Säulen und Decken sind völlig glatt und weisen durchgehend einheitliche, meißelartige Rillenmuster auf.
  • Unglaubliche Statik: Die schweren Sandsteindecken werden von massiven, verzierten Felspfeilern gestützt. Die Decken sind im Verhältnis zum Raumvolumen extrem dünn.
  • Mysterien der Bauzeit: Es ist bis heute ein Rätsel, wie eine frühe Hochkultur dieses gigantische Volumen an Gestein (fast eine Million Kubikmeter) mit primitiven Werkzeugen abtragen konnte. Es wurden keine Spuren von Schutt, Werkzeugen oder tausenden Arbeitern gefunden. [1, 2]
  • Einzige Verzierungen: An der Seitenwand von Höhle Nr. 1 befinden sich die einzigen bekannten Einritzungen aus der Entstehungszeit, die einen Vogel, ein Pferd und einen Fisch darstellen.

Mögliche Theorien zur Entstehung

Da jegliche historischen Dokumente fehlen, gibt es in der Wissenschaft verschiedene Ansätze:

  • Kaiserliche Lagerstätten: Einige Forscher vermuten riesige Waffenlager für die Feldzüge von Kaiser Qin Shi Huangdi.
  • Geheime Bunker: Sie könnten als unterirdische Truppensammelplätze oder Bunker gedient haben.
  • Steinbrüche: Andere Theorien besagen, dass es sich ursprünglich um gigantische Steinbrüche handelte.
  • Kultstätten: Wieder andere Ansätze sehen sakrale oder zeremonielle Hintergründe.

Der öffentlich zugängliche Teil der Grotten gilt heute als touristische Attraktion der Stufe 4A und wird für ihre eindrucksvolle Akustik auch kulturell genutzt.

Der Spaziergang durch die Grotten war echt beeindruckend, allein schon die schiere Größe dieser von menschenhand mit einfachsten Werkzeugen geschaffenen Höhlen ist beeindruckend, dazu kommen noch kunstfertige Wandreliefs … wirklich ein Erlebnis.

Aber eine Höhle am Tag ist ja noch nicht genug … nach einer kurzen Autofahrt erreichen wir eine natürliche Höhle, die Lanxi Höhle

Die Lanxi-Höhle (oft auch Dixiachanghe oder Liudong-Shan-Höhle) in Lanxi (Provinz Zhejiang, China) ist ein spektakuläres, kilometerlanges unterirdisches Flusshöhlensystem. Sie ist für folgende Highlights bekannt:

  • Unterirdische Bootsfahrt: Ein Großteil der Erkundung erfolgt per Boot, wobei man durch atemberaubende, natürlich geformte Felshallen gleitet.
  • Tropfstein-Formationen: Das Höhlensystem ist reich an eindrucksvollen Stalaktiten und Stalagmiten, die in Szene gesetzt werden.
  • Konstantes Klima: Im Inneren herrscht das ganze Jahr über eine angenehme, kühle Temperatur von etwa 18 °C.
  • Historische Berühmtheit: Bereits der berühmte chinesische Gelehrte und Reisende Xu Xiake pries die Höhle im 17. Jahrhundert als „Krone der Höhlenpaläste“.

Der Weg durch die Höhle ist ein tolles Abenteuer !


Es beginnt mit einer Bootsfahrt den unterirdischen Fluss entlang, irgendwo tief im Berg legt man an einem Anleger an.
Ab dort geht es zu Fuss weiter, entlang gut ausgebauter Fusswege, an manchen Passagen muss man sich auch mal ducken um weiter zu kommen, macht einen höllischen Spass. Ich war leider mit meiner Frau alleine in dieser Höhle, ich bin mir sicher meinem Sohn hätte es da unten gefallen.


Man passiert dort unten zahlreiche größere und kleinere Höhlen, alle sind voller Tropfsteinskulpturen und bunt beleuchtet.

Bei unserem Weg durch den Berg leerte sich die Höhle langsam und wir trafen auf immer weniger Menschen, es ging nämlich auf Feierabend zu … tja, und da standen wir an einem Schild das wir nicht lesen konnten, meine Frau kann zwar perfekt chinesisch sprechen aber nicht lesen. Also haben wir ein Foto an den Onkel geschickt und der hat uns dann in die richtige Richtung gelotst. Wunder der Technik !

Nach einem wirklich tollen und ausgedehntem Spaziergang durch den Berg kamen wir „oben“ raus …. und um wieder runter zu kommen gibt es eine Art Sommerrodelbahn … Meine Fresse war das Ding schnell, ich bin mir mehr als sicher dass dieses Ding in Deutschland niemals in Betrieb gegangen wäre … einfach nur krass !

Ich habe in China nun schon so viel gesehen …. heute war der Höhlentag …. Irre dieses Land.


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