Huancui Tempel

Heute haben wir einen Spaziergang in die Berge am Rand von Qingtian unternommen. Ich bin ja ein ausgemachter Langschläfer, aber bei den Temperaturen in China sehe ich den Sinn darin früh aufzustehen und die „Morgenkühle“ zu nutzen um etwas zu besichtigen durchaus.
Was wir aufbrachen wusste ich natürlich wieder einmal nicht wohin es ging.

Der Huancui Tempel ist ein wundervoller alter Tempel der sich am Rand von Qingtian in den „Bergen“ befindet.
Er ist zu Fuß erreichbar und der Weg dorthin ist sehr gut ausgebaut. Mal ehrlich: ALLE Wege in China die ich bisher genutzt habe waren sehr gut ausgebaut !
Den Weg hoch zum Tempel säumen kunstvoll „gravierte“ Steine. Die Steine und Inschriften sind teilweise sehr alt, aber alle gut gepflegt.

Der Weg dort hinauf war schon ein Erlebnis ! Zwischendurch gibt es immer kleine „Parks“ mit Pavillions und Sitzgelegenheiten. Menschen aus Qingtian nutzen die angenehmen Temperaturen am Morgen um hier hinauf zu kommen, sie machen Tai Chi, spielen Federball oder reden einfach miteinander.
Das ganze ist so ruhig, entspannend und harmonisch, in einem Film würden wir das schon kitschig nennen …. und ich liebe es !

Der Tempel selbst ist eines meiner Highlights in Qingtian ist der Huancui Tempel. Es ist ein alter Tempel ! Ich würde jetzt super gerne mehr schreiben, der Onkel meiner Frau hat auch sehr lange und viele Geschichten zu diesem tollen, geschichtsträchtigen Tempel erzählt, bestimmt 30 Minuten erzählt … die Übersetzung meiner Frau lautete: „Das ist ein alter Tempel !“ Nun, ich halte die chinesische Sprache nicht für so umständlich dass der Onkel 30 Minuten brauchte um „Alter Tempel“ zu sagen, ich vermute hier eine spontane Verkürzung der Übersetzung durch meine Frau mangels Lust das gehört wiederzugeben.
Es gibt keine Schautafeln und Google spuckt auch nichts aus denn es ist ein kleiner lokaler Tempel der dort steht für Taoistische Mönche und Besucher, nicht für Touristenmassen.
UND GENAU DAS IST SOWAS VON UMWERFEND !
Chinesische Tempel strahlen an sich schon so eine Ruhe aus, selbst mit Touristen an Bord … aber dieser Tempel, in dem man mal einen Mönch sieht der seiner Arbeit nachgeht ist der Gipfel der Ruhe. Man fühlt sich auf der Stelle entschleunigt dort oben. Stress läuft wie abgewaschen an einem herunter.
In solchen Momenten kann man absolut verstehen warum sich Menschen für das ruhige abgelegene Leben eines Mönchs entscheiden, allem weltlichen entsagen und sich in so einer Atmosphäre zurückziehen um die Erleuchtung zu finden.
Chinesische Tempel hatten mich vorher schon gepackt, aber dieser hier, so ganz ohne „Kirmes“, ist ein tolles Erlebnis.

Wenn ich zurückdenke welche Ängste und Bedenken ich vor der Reise hierher hatte, und wie anderes dieses Land ist als das Bild welches unsere Medien von China zeichnen, kann ich nur den Kopf schütteln. Genau an diesem Beispiel sehe ich wie wichtig reisen ist. Ich glaube nicht dass ich den Massenmedien zuhause noch ein vertrauen kann denn so wie man bei uns China darstellt ist es auf keinen Fall !


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