Nach vielen Stunden schlafen geht es am ersten Tag sofort in die vollen … es geht zur Mauer, DIE Attraktion schlechthin und das Ding nach dem dich so oder so jeder fragt wenn du von der Reise zurück bist.
Es gibt zahlreiche Plätze an denen man die große chinesische Mauer besuchen kann: „Jinshanling“, „Badaling“ und noch viele mehr. Wir haben uns für einen Besuch in „Mutianyu“ entschieden, weil „Mutianyu“ noch als Geheimtipp gilt und nicht ganz so überlaufen ist.
Wir sind mega früh losgefahren … warum das absolut Sinn macht habe ich erst realisiert als ich um 11 schon auf der Mauer in der Sonne geschmolzen bin ! Es macht also im Sommer durchaus Sinn die Morgenkühle zu nutzen denn Peking im Sommer ist heiß … echt heiß … RICHTIG HEIß … 42 Grad und mehr sind nicht ungewöhnlich !
Angekommen an der Mauer: Tickets für die Seilbahn besorgen! Ja, man kann dort auch hochlaufen, aber weder ich noch der Rest der Reisegruppe hatten Lust auf eine stundenlange Wanderung den Berg hoch.

Nach einer kurzen Souvenirmeile geht es dann zur Seilbahn


Oben an der Seilbahn ausgestiegen und da steht dann DIESES „Schild“:

Gut, da bin ich dann also tausende von Kilometern gefolgen um mir eine Mauer anzusehen die eine Düsseldorfer Firma wieder aufgebaut hat … genau mein Humor !
Nach ein paar Schritten dann die ersten Blicke auf die grosse Mauer !
Wow … ich meine wirklich WOOOOOW !
Man hat schon Bilder und Videos der großen chinesischen Mauer gesehen, aber die absolute Gewaltigkeit dieses Bauwerkes lässt sich nur erfassen wenn man da oben steht, DARUM ist reisen so wichtig. Ich habe noch nichts so erhabenes, großes und gigantisches gesehen wie diese Mauer die sich so weit das Auge reicht in alle Richtungen erstreckt.
Es ist schon fast unvorstellbar was es für eine Arbeit und Aufwand war alleine das Material den Berg hoch zu tragen … ich könnte mir nicht einmal vorstellen das jemand diese ganze Mauer entlangläuft … der Bau dieses gigantischen Wunders ist schlicht unvorstellbar !






Wir haben uns den oberen Wachturm als Ziel gesteckt, so weit wollten wir wandern … Wir, das sind Xiaqian, die Cousine meiner Frau, und ich … meine Frau hat mir eine Flasche Cola ind die Hand gedrückt und uns viel Spass gewünscht und sich „unten“ einen schattigen Platz mit ihrem Onkel gesucht.
Wie sich herausstellte war es ein echter Glücksfall dass Xiaqian mit in Peking war, denn sie war genauso begierig darauf viel zu sehen, während meine Frau sich NULL für die Wunder dieser Stadt interressierte. So kam es dass ich fast die ganze Zeit mit Xiaqian unterwegs war … ihre „Besichtigungsliste“ war sogar noch länger als meine.
Die Flasche Cola die meine Frau mir mitgegeben hatte rettete mir am Ende das Leben denke ich … WOAHH was für ein Weg die ganzen Treppen hoch, und die Temperatur stieg ständig …. nach wenigen Minuten war ich nassgeschwitzt bis auf die Knochen !
Die letzte Treppe den Berg hoch hat mich fertig gemacht … aber ich war damit nicht alleine. Unterwegs sassen immer wieder Touristen die eine Pause brauchten.
Oben angekommen war das aber ein echter Triumpf !
Wir klammern mal aus dass dort oben ein geschätzt 70 jähriger Chinese sass mit einem riesigen Rucksack voller Wasserflaschen die er dort verkauft hat … DIE HAT ER DA HOCH GETRAGEN ! Ich bin mit einer Flasche Cola in der Hand und meiner Kamera fast gestorben und lachte als er den dicken Deutschen da oben hat schwitzen sehen !

Auf jeden Fall war es ein tolles Erfolgserlebnis dort oben anzukommen. Wir haben also wieviel geschafft, 2 oder 3 Kilometer ? Die ganze Mauer ist wie lang … spart euch das googeln: 21196,18 Kilometer … zählt man nur die gut erhaltenen Teile aus der Ming Dynastie hat man immer noch 8850 Kilometer … das ist einfach UNVORSTELLBAR !

Noch nicht ganz geschafft … irgendwie mussten wir ja auch wieder runter! Die Treppe war steil beim hochklettern, runter sah das Ding anfangs echt gefährlich aus, aber ich glaube für jeden Deutschen wirkt eine Treppe die nicht korrekt nach DIN 18065 gebaut wurde sofort tödlich !
Spoiler: Wir sind beide heil unten angekommen !
Nach einem Mittagessen sind wir mit „unserem“ Taxi (Der Onkel meiner Frau hat für die vollen 5 Tage Peking einen Taxifahrer „gechartert“ der uns jeden morgen zur Verfügung stand) wieder Richtung Peking gefahren … Eigentlich war ich jetzt schon vollkommen hinüber, bereits beim Rückweg von der Mauer war die Temperatur jenseits der 30 Grad gelandet und das so gegen 11 Uhr, ABER wir sind am „Red Snail Temple“ vorbeigekommen, den konnte ich mich nicht entgehen lassen.
Der Tempel der roten Meeresschnecke, im Chinesischen als Hongluo-Tempel (Hongluo Si) bekannt, ist eine bedeutende und geschichtsträchtige buddhistische Tempelanlage in China.
Der Tempel liegt am Fuße des Hongluo-Berges nordwestlich von Huairou, rund 57 Kilometer von Beijing entfernt. Er wurde während der Tang-Dynastie (618-907) errichtet und ist vor allem im Frühsommer einen Besuch wert, da dann die Blumen blühen und die Luft besonders frisch ist. Mit einer Fläche von 6,7 Hektar ist der Hongluo-Tempel der größte Tempel in Huairou.
Umgeben von mit Pinien und Zypressen bewachsenen Hügeln strahlt der Tempel mit seiner geschmackvollen Anlage eine Atmosphäre ruhiger Besinnlichkeit aus.
Dieses „Prachtstück“ ist also der erste chinesische Tempel den ich besuche, und ich bin sofort schockverliebt.
Wie bei der „großen Mauer“ hat man Fotos und Videos gesehen, aber so etwas „in echt“ zu sehen ist etwas vollkommen anderes.
Das Gefühl dort ist unbeschreiblich, auch wenn dieser Tempel ziemlich touristisch ist so strahlt er eine Ruhe und einen Frieden aus den ich katholischen Kirchen vermisse. Ich bin selbst nicht sehr gläubig, aber katholisch aufgewachsen. Betritt man eine Kirche so sagt einem die Architektur schon: „Büsse“, „Sünder“, „Beichte“ … es ist dunkel, Echos, alles ist höher angelegt und schaut auf einen herab.
Ein Tempel fühlt sich anders an: Ruhig, friedlich, einladend … es ist als würde man dir sagen: „Setz Dich, ruh Dich aus, genieße die Ruhe und die schöne Gegend“
Und ja, das habe ich getan … ich bin ab jetzt offizieller „Tempelfan“.
Die Architektur ist natürlich super beeindruckend und für europäische Augen einfach nur super exotisch. Ich habe eigentlich nicht wirklich geglaubt dass es hier so aussieht, das es viele solcher „alten chinesischen Gebäude“ gibt. Doch, das tut es und öfter als man denkt.
Die Kombination in China, wo alte traditionelle Gebäude direkt neben hypermoderndern Wolkenkratzern existieren und das ganze sich auch noch harmonisch zusammenfügt ist einzigartig und macht unheimlich viel vom „Chinagefühl“ aus. Ich liebe es !







Der Tempel ist einer der eher touristischeren Tempel, für mich als „Anfänger“ also super geeignet !
Es gibt dort einen Pfad mit hunderten verschiedener Buddha Statuen einen künstlichen Wasserfall und sogar eine kleine Achterbahn !
Nun zielstrebig wie ich bin finde ich natürlich DIE Attraktion die mich garantiert fertig machen würde: Das „Small Heavens Gate“ … der Name hätte mich schon alarmieren sollen, aber hey „dickie Deutschi“ ist doch gerade erste die Mauer rauf und runter geklettert, was soll JETZT noch passieren.
Auf dem Schild stand was von „100 Stairs to small Heavens Gate“ … tja, hier waren wohl 100 Treppen und nicht 100 Stufen gemeint !

Die Treppen waren alle immer so schlau angelegt dass man niemals das Ende sehen konnte. Ich dachte also jedesmal: Gleich hast Du es geschafft.
Irgendwann, so ungefährt bei der Mitte tat sich dann endlich mal ein Überblick auf und nach 1000 Stufen realisiere ich dass ich gerade mal die Hälfte geschafft habe.

Bereits von der Mauer „angeschlagen“ bei gefühlten 250 Grad und mit meiner leeren Wasserflasche in der Hand und komplett nassgeschwitztem Hemd (Zum zweiten mal heute !), beschloss ich: „Ok, das Small Heavens Gate siehst DU heute nicht mehr“
Die uralten erbauer dieses Tempels hatte dies aber schon vorhergesehen und an dieser Stelle den „Verliererweg“ angelegt. Ein schöner schattiger Spazierweg durch die Pinienwälder der wieder zurück zum Tempel führt, so muss man nicht wieder zurück an all den Leuten vorbei die man rot leuchtend und schnaufend wie eine Dampflok überholt hatte. Sehr schlau die alten Chinesen.
In dem Tempel war ich übrigens alleine, niemand aus meiner „Reisegruppe“ hatte interesse einen Tempel zu besichtigen.
Dies war mein erster echter Tag in China und fast all meine Ängste die ich ursprünglich mitgebracht habe sind verflogen.
Die Menschen hier sind offen, neugierig, hilfsbereit, sie wirken glücklich und stellenweise sehr viel zufriedener als wir un Deutschland.
Es hat nicht mal einen Tag gedauert und ich fühle mich hier wohl. Das einzige was mich halt noch einschüchtert ist die Sprachbarriere hier, ich spreche kein Chinesisch und hier spricht kaum jemand Englisch.
Nach dem Abendessen im Hotel: Sofortige, vollständige und absolute OHNMACHT !
WAS FÜR EIN TAG

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