Longjin Reisterrassen

Für den heutigen Ausflug haben wir uns für den ganzen Tag einen ortskundigen Fahrer angeheuert, denn unser Ziel, die Longji Reisterrassen liegen ungefähr 2 Stunden Fahrt von unserem Hotel entfernt.
Die nette Frau an der Rezeption hat das super für uns organisiert und um 9 Uhr stand ein toller und netter Fahrer vor der Tür der alles für uns organisiert hat.


Vor der Abfahrt war Hua ohne mich Frühstücken denn ich hatte noch das Essen von gestern Abend wie ein Fels im Magen … natürlich gab es hier bei uns im Hotel frisch selbst gemachte Guilin Reisnudeln, ein Gericht das ich unbedingt ausprobieren wollte … ist so wie die Jupp Schale aus Guilin. Da kann ich morgen wohl doch nicht ausschlafen denn ich muss hier wohl doch einmal mit zum Frühstück.


Natürlich hat mich Hua den ganzen Tag damit aufgezogen was ich verpasst habe, wie lecker die Reisnudeln sind und wie toll unser Hotel Restaurant ist …
Geistige Notiz: Beim Abendessen nicht wieder eskalieren !

Na ja … um 9 Uhr ging es dann auf jeden Fall los !
Der Fahrer war total entspannt und nett, hat sich super schnell in unsere kleine Gruppe integriert und hat allen Unsinn mitgemacht den wir uns so ausgedacht haben, das coole: Er kommt aus Longjin und kennt sich dort bestens aus.

Zuerst sind wir in ein Minderheitendorf gefahren. Ein Dorf der Yao. Die Yao aus diesem Dorf sind sehr berühmt dafür das die Frauen super lange Haare haben … woraus sie nebenbei ein Geschäft gemacht haben.
Der aktuelle Guiness Rekord für die Frau mit den längsten Haaren kommt aus diesem Dorf und der Rest ist auch nicht weit dahinter.

Direkt zu Beginn sind wir in eine Art Museum gegangen … es sollte die Lebensweise der Yao zeigen, drehte sich aber nur um die Haare der Frauen …

Das ganze fand ich jetzt mal so „Mittel Interressant“ und es entwickelte sich mehr und mehr zu einer Verkaufsveranstaltung für das „Yao Frauen Supershampoo“ !
Da ich jetzt nicht mehr vorhabe in meinem Alter noch wie eine „Yao Frau“ auszusehen haben wir das ganze mal auf schnell Vorlauf gestellt und haben uns verkrümelt …

Dann sind wir durch das Yao Dorf spaziert, was ich deutlich spannender fand als das „Haar Museum“ (Gut das wir keine Tickets für die „Haar Show“ gekauft haben ☺️).

Wir haben uns das älteste Haus des Dorfes angesehen … da drin wohnt sogar noch jemand (Ich vermute die Frau die vor dem Eingang Souvenirs verkauft hat, das hätte altersmässig gepasst !). Auf jeden Fall habe ich nun eine vollkommen neue Vorstellung was „spartanisch“ bedeutet. Für die heutige Jugend fängt spartanisch ja schon an sobald die Internetgeschwindigkeit unter 500 Mbit rutscht … ich hätte da zwei Kandidaten die dort mal eine Woche probewohnen könnten 🤡

Das ist Fleisch fürs Abendessen 😉
Das ist eine Yao Regenjacke !

Der Rest vom Yao Dorfes war auch nicht gerade supermodern … ich fand es super cool denn ich mag solche alten Orte ! Alles sehr authentisch … natürlich an jeder Ecke Souvenirs denn die Einwohner des Ortes leben von der Popularität des Ortes.

Im Yao Dorf ging es dann mal wieder zum Essen ! Auf meiner kulinarischen Reise durch China gab es natürlich auch dieses mal wieder etwas lokal berühmtes.
Die Spezialität hier ist Hähnchen welches in einem Bambusstamm gegrillt/gekocht/gebacken … oder irgendwas dazwischen ist. Auf jeden Fall etwas was ich so noch nie probiert habe … also ran an das Huhn !

Nun muss der geneigte Leser an dieser Stelle natürlich wissen das es in China etwas anderes ist Hähnchen zu essen als wir es zuhause gewohnt sind. Für alle anderen die so ticken wie ich, denen ein Chicken Nugget schon fast zu viele Gräten hat, die könnte beim ersten Versuch ein „Chinahuhn“ zu essen die ein oder andere „Überraschung“ erwarten: In China wird ein Huhn „entfedert“ dann „leer geräumt“ und dann mit dem Horrorbeil in kleine Stücke gehackt ! Die ganzen Knochen sind da noch drin ! Wer nicht aufpasst findet sich nach einem beherzten Bissen mit einem Stück Hühnerknochen im Hirn wieder … so wie mir das vor Jahren bei einer chinesischen Hochzeit beinahe passiert ist … mein Gaumen schmerzt heute noch bei dem Gedanken.
Aber da ich ja vorbereitet war ist alles gut gegangen !
Also dieses Grill-Koch-Back Huhn schmeckte überraschend gut, sehr würzig mit einer noch nie geschmeckten Gewürznote ! Echt lecker.
Nach dem Essen sind wir dann zur Hauptattraktion gefahren, den Reisterrassen von Longji.

Wenn man ganz nah reinzoomt sieht man auf dem höchsten Punkt einen Turm … den haben wir uns als Ziel gesetzt !

Das ist das Ziel !

Das Dorf unten im Tal gehört zu einer anderen Minderheit, den Zhuang !

Das ist der Weg ! Wie unsere Mandalorianischen Freunde sagen würden.
Reis … was sonst sollte auf den Reisterrassen wohl wachsen ! 🤡
Das Zhuang Dorf

Das ist jetzt der Blick vom Turm auf die andere Seite ! Meine Fresse waren wir platt als wir da oben waren … das sah von da drüben so easy aus … bei sportlichen 33 Grad hat das nicht wenig meiner Körperflüssigkeit ins T-Shirt transferiert !

Ich kenne das Spiel ja bereits und weiss das China zu 79,5 % aus Treppen besteht und habe mich 10 Jahre lang auf dem Crosstrainer auf DIESEN MOMENT vorbereitet !
… alles fürn Arsch, ich habe als ich oben war geschwitzt, geröchelt und um Erlösung gebettelt … ok ein Eis und ne kalte Cola da oben hat es aber wieder gerichtet 😜
Immerhin war ich in besserem Zustand als Hua und ihre Freundin … ein kleiner Trost !
Und während ich mir noch Sorgen mache wie ich die beiden Damen heile wieder durchs Tal zurück bekomme sagt uns der Fahrer / Führer das wir zurück einen anderen Weg gehen … oben lang !
OBEN LANG !

O B E N L A N G !!!
Wir sind also zurück ganz locker pfeifend einen beinahe ebenerdigen Weg gelaufen ohne 28000 Stufen runter und 28000 Stufen wieder rauf zu gehen.
Na ja … ich hätte auf diesem Weg das Zhuang Dorf nicht gesehen und die Zhuang wären nicht in den Genuss von einer rot leuchtenden deutschen Dampflok gekommen … irgendwie hatten so ja alle was davon und ich konnte einen Haken an die Quest: „Durchlaufe das gesamte Tal der Longji Reisterrassen !“ machen.
Auf dem „leichten“ Weg gab es dann noch ein paar tolle Ausblicke (Ach was, nicht nur leichter sondern auch schöner 🤨)

Noch mal zurückgeblickt !

Das ganze war auf jeden Fall ein ziemlich schöner Ausflug und wir hatten eine Menge Spass.
Meinen Sarkasmus mal beiseite: Es war schon ok das wir durchs Tal gelaufen sind, das Zhuang Dorf war nämlich echt interessant. Hätte ich aber vorher gewusst das wir nicht den selben Weg zurück müssen wäre ich ruhiger gewesen, ich habe mir nämlich echt Sorgen um den Zustand der beiden Damen gemacht … Hua ist mir in Portugal bei deutlich weniger Treppen schon einmal fast zusammen geklappt !

Die Rückfahrt haben wir alle schön tief geschlafen … der Fahrer hoffentlich nicht, und das obwohl er die ganze Strecke mit uns gelaufen ist.

Abends gab es dann wieder etwas spezielles zu Essen in Guilin.
Es war Schweinefleisch mit Gemüse welches man sich genau so wie Peking Ente in einen „Pfannkuchen“ rollt … also sozusagen „Peking-Schwein“ 😂

Dazu dann wieder diverse Nudeltöpfe mit Rindfleisch, Hähnchen, Tofu und Tomaten … und Baozhi, weil ich die Dinger einfach LIEBE ! (Die habe ich so schnell verdrückt das ich es nicht mehr geschafft habe sie vorher zu fotografieren 😂)

Dieses mal habe ich nicht so heftig zugeschlagen denn morgen will ich noch Guilin Nudeln zum Frühstück !


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